Blog

Dr. Christiane Theobald
15:46:11

Tanz als Themenschwerpunkt bei den Potsdamer Gesprächen zur Kulturpolitik

Kategorien: Aktuell

Am Samstag, den 24. Oktober 2009 war der Tanz Schwerpunktthema des 9. Potsdamer Gesprächs zur Kulturpolitik, die die Konrad Adenauer Stiftung veranstaltet.
Prof. Dr. Norbert Lammert, MdB, Präsident des Deutschen Bundestages und Stv. Vorsitzender der Konrad-Adenauer-Stiftung begrüßte die anwesenden Gäste, Politiker wie Tanzschaffende.
Auf dem Podium saßen Hortensia Völckers, Vorstand und künstlerische Direktorin der Kulturstiftung des Bundes, Prof. Birgit Keil, Leiterin der Akademie des Tanzes, Staatliche Hochschule für Musik und Darstellende Kunst, Walter Heun, Künstlerischer Leiter der Tanzquartiers Wien, Hans Herdlein, Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (GDBA), Prof. Martin Puttke, Sprecher der Bundesdeutschen Ballett- und Tanztheaterdirektorenkonferenz (BBTK) und Ulrich Roehm, Vorsitzender des Deutschen Berufsverbandes für Tanzpädagogik e.V.

Hortensia Völckers führte in den Themenschwerpunkt Tanz ein und stellte noch einmal die Arbeit des Tanzplan Deutschland dar, den die Bundeskulturstiftung als Projekt gefördert hat. Der Tanzplan startete an runden Tischen in einzelnen Städten. Die Städte mussten sich auf jeweils 1 Projekt einigen, was nicht immer einfach war. 9 Städte profitieren vom Tanzplan.
Leider ist der Tanzplan Deutschland zeitlich auf 5 Jahre begrenzt und wird im kommenden Jahr auslaufen.
Vieles wurde angeschoben, hervorragende Projekte sind entstanden: dem Tanzplan ist es gelungen, den Tanz mehr und mehr in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken. Doch was nun, wenn er dann im nächsten Jahr ausläuft?

Der Tanz braucht ein Lobby, die sich für ihn einsetzt. Es fehlt noch an den elementarsten Dingen, wie z. B. der Berufs-Anerkennung Tänzer. Es kann nicht sein, dass ein Tänzer als ungelernte Kraft eingestuft wird, wie es derzeit der Fall ist.
Ein erster Schritt ist mit dancer in transition getan, weitere müssen folgen. Tanz in den Schulen muss dringend weiter gefördert werden.

Die Desiderate im Tanz reichen von der Ausbildung zum Tänzer bis hin zur Zeit nach der aktiven Laufbahn: der transition des Tänzers. Was macht der Tänzer nach dem tanzen, nicht alle können eine Ballettschule eröffnen. Was bedeutet es, dass es Bachelor und Master Studiengänge gibt!

Das Thema Tanz in Schulen ist immens wichtig, denn an der Wirksamkeit, soziale Kompetenz durch den Tanz zu erlangen zweifelt niemand mehr. Hier sollen keine Tänzer herangezogen werden, sondern hier hat der Tanz viele Funktionen: soziale und kreative Fähigkeiten ausbilden.
Mit den Educationprogrammen Tanz in Schulen wird ein Breitenwirksamkeit und Sichtbarkeit erreicht, die auch für die Theater und Veranstalter von nicht zu vernachlässigender Bedeutung ist, denn die Veranstaltungsorte sind sonst in der Zukunft leer. Man muss sich jetzt um die jungen Bemühen, die die Zuschauer von morgen sein werden.

Strukturen und Produktionsbedingungen für Ballettcompagnien an Stadt- und Staatstheatern, wie auch für die privat produzierende Szene, die auch öffentlich gefördert wird müssen verbessert werden.

Wie aber wird der Tanz vermittelt, ein wichtiges Thema sind hier die Archive Fünf an der Zahl gibt es in der Bundesrepublik. Sie bedürfen dringend einer Unterstützung. Sie sind das kulturelle Gedächtnis des Tanzes.
Die Wahrung des Erbes gehört ebenso in dieses Themenfeld. Wie halten wir Choreographien sichtbar? Wo gibt es einen Ort dafür?

Viele, viele Fragen. Der Dachverband Tanz Deutschland - ständige Konferenz Tanz hätte hier , so meine ich, eine große Verantwortung zu übernehmen und sich jedem diese Themenschwerpunkt zu widmen. Doch wie kann man das finanzieren, denn anders als der Tanzplan Deutschland verfügt der Dachverband nur über die Mitgliedsbeiträge und hat in keiner Weise die finanziellen Mittel, wie sie der Tanzplan durch die Bundeskulturstiftung dankenswerterweise hatte.

No feedback yet

Hinterlasse einen Kommentar


Your email address will not be revealed on this site.

Deine URL wird angezeigt.
(Zeilenumbrüche werden zu <br />)
(Name, email & website)
(Allow users to contact you through a message form (your email will not be revealed.)

[Log in] [Admin]
blogtool Skin © by Benjamin Buhler
freiken-douhl.de/webdesign